Symposiumsbericht I


»Wer g nicht von ch zu unterscheiden vermag, ist ein undeutscher Barbar … . « – Richard Wagner und die (Gesangs‑)Aussprache des Deutschen im 19. Jahrhundert


Autoren: Ursula Hirschfeld, Kai Hinrich Müller
Jahr der Veröffentlichung: 2018
URN: urn:nbn:de:101:1-2018082315313158194897
Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0


Zusammenfassung
Unser zwischen Musik- und Sprechwissenschaft angesiedelter Beitrag versteht sich als Einführung in die für WAGNER-LESARTEN elementare Thematik der Bühnenaussprache beim Sprechen und Singen und in weiteren Sprechsituationen im 19. Jahrhundert und speziell bei Richard Wagner. Es werden Dimensionen des Aussprachebegriffs – die Zusammenhänge zwischen Aussprache und Phonetik / Phonologie sowie Aussprache und Orthografie – beschrieben und Hintergründe der Herausbildung einer deutschen Standardaussprache dargestellt. Das Konzept einer »Historischen Aussprachepraxis« soll am Beispiel Wagners und speziell am Ring des Nibelungen in seinen Anfängen ausgeführt werden. Wie kann Wagners Ausspracheideal gefunden werden? Welche Spuren lassen sich bereits erahnen? Diese und weitere Fragen werden aufgegriffen und zu beantworten versucht. Unser Beitrag versteht sich als Auftakt zu einer aufführungspraktisch motivierten Untersuchung der Ausspracheideale sowie konkreter Vorgaben für das Sprechen und Singen auf der Bühne im 19. Jahrhundert. Weitere Studien sollen im Anschluss hieran anknüpfen und verschiedene Aspekte tiefenscharf untersuchen.

Summary
Our article, situated between musicology and speech science, can be understood as an introduction to the major themes for »Wagner Readings« with regard to stage pronunciation while speaking and singing and other conversational situations in the 19th century with a particular focus on Richard Wagner. The dimensions of pronunciation will be described – the correlations between pronunciation and phonetics / phonology as well as between pronunciation and orthography – and the reasons behind the establishment of a standard German pronunciation will be outlined. The concept of a »historical pronunciation practice« in its beginnings using Wagner as an example and the »Ring of the Nibelung« in particular will be realized. How can Wagner’s ideal pronunciation be determined? Which clues are already open to speculation? – Questions such as these and others will be raised and attempts at answers made. Our contribution is to be understood as the beginning of performance practice-motivated research into pronunciation ideals and concrete standards of speaking and singing on stage in the 19th century. Further studies that tie in to this and that examine various aspects in great detail are to follow.
Übersetzung: Jennifer Smyth


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Zitationsvorschlag
Hirschfeld, Ursula/Müller, Kai Hinrich: »Wer g nicht von ch zu unterscheiden vermag, ist ein undeutscher Barbar … .« – Richard Wagner und die (Gesangs-)Aussprache des Deutschen im 19. Jahrhundert, in: Wagner-Lesarten – Richard Wagners »Der Ring des Nibelungen« im Blickfeld der ›Historischen Aufführungspraxis‹, hrsg. von Kai Hinrich Müller, Print: i. V. (2018), Online: www.wagner-lesarten.de/symposium1/hirschfeld-mueller, URN: urn:nbn:de:101:1-2018082315313158194897.


Beitrag zum Symposium Wagner-Lesarten – Richard Wagners »Der Ring des Nibelungen« im Blickfeld der ›Historischen Aufführungspraxis‹ am 29. September 2017 in der Universität zu Köln.